Uno-Bericht zum Thema Schulessen

Der erste globale Bericht zur Ernährung von Schulkindern weltweit wurde am 24. Mai 2013 vom UN World Food Programme (WFP) veröffentlicht. Er liefert zum ersten Mal ein globales Bild und eine umfassende Analyse von Schulspeisungsprogrammen sowohl in Industrienationen als auch Entwicklungsländern.

Laut der Forschungsergebnisse erhalten ca. 368 Millionen Kinder in 169 Industriestaaten und Entwicklungsländern – und damit jedes fünfte Kind – täglich eine Mahlzeit in der Schule. Trotz steigender Lebensmittelpreise und Wirtschaftskrisen haben demnach mehr als 40 Staaten die Verpflegung von Schulkindern in den vergangenen Jahren massiv ausgeweitet. So fließen zwischen 47 und 75 Milliarden Dollar jährlich weltweit in Schulmahlzeiten. Die meisten Kinder profitieren davon in Indien (114 Millionen), Brasilien (47 Millionen) und den USA (45 Millionen). Doch wie gesund ist das Mittagessen tatsächlich?

Dem Bericht zufolge müssten viele Industrienationen wie zum Beispiel die USA ein schlüssiges Konzept entwickeln, wie man Schulkinder gesund verpflegen und gute Ernährung im Unterricht vermitteln könne. Hier heißt es nämlich, dass Probleme wie Übergewicht und einseitige Ernährung nicht zum Thema Schulspeisungsprogramm gehöre. Und auch in Deutschland wird die Ernährung nur selten im Unterricht behandelt. „Wo es bei uns Schulspeisung gibt, wird zu sehr auf billiges Essen gesetzt, um es bezahlbar zu halten“, moniert WFP-Deutschlandchef Ralf Südhoff. Erst seit Tausende Schulkinder im vergangenen Herbst an einem Magen-Darm-Virus erkrankten, steht das deutsche Schulessen vielerorts in der Kritik. Eltern fordern mehr Geld, mehr Kontrollen und mehr Qualität. Ein Vorzeigeland hierfür ist nach Einschätzung des WFP Japan. Hier wurden seit 2005 mehr als 4000 Ernährungsberater eingestellt, die an den Schulen unterrichten. Das Schulessen besteht oft aus lokal produzierten Zutaten und die Kinder lernen in Schulküchen und Workshops, wie gute Ernährung aussieht.

Ein extremer Gegensatz dazu ist die Verpflegungssituation an Schulen in den rund 30 ärmsten Nationen. 66 Millionen Grundschulkinder gehen weltweit hungrig zur Schule. 67 Millionen können gar nicht erst hin, weil sie sich ihr Essen erarbeiten oder erbetteln müssen. Die WFP-Autoren schreiben in ihrem Bericht, dass in den Ländern, in denen Schulspeisungsprogramme am dringendsten benötigt werden und am billigsten sind, am wenigsten Schulkinder erreichen. Ausnahmen seien Liberia, Haiti und Burkina Faso. Hier werden fast alle Grundschüler in der Schule verpflegt.

Der vollständige Bericht des Welternährungsprogramms ist auch online verfügbar.