Die Häfft-Geschichte

Wer Anfang der 90er zur Schule ging, weiß, dass die damaligen Hausaufgabenhefte kaum mehr boten als ein paar Zeilen pro Tag, in die man das lästige Übel Hausaufgaben eintragen konnte (oder musste).

Irgendwann im heißen Sommer 1990 quälen sich Andy Reiter und Stefan Klingberg durch eine Mathematikstunde am Münchner Gymnasium Fürstenried-West. Ein Geistesblitz verhilft den beiden Schülerzeitungsmachern zwar nicht zu tieferem Einblick in die binomischen Formeln, dafür aber zu einer zündenden Idee: „Wir machen ein Hausaufgabenheft für unsere Schule, das neben Funktionalität auch Unterhaltung bietet“. Die Schüler des „Bunkers“, wie das Gymnasium im Münchner Süden liebevoll genannt wird, sind sofort begeistert von „ihrem“ Hausaufgabenheft. Auf jeder Seite gibt es Neues zu entdecken: freche Sprüche, Zeichnungen, interessante Infos.

Schon nach der ersten Ausgabe steht fest, dass es weitergehen soll. Und die Resonanz ist gewaltig: Bald werden auch andere Münchner Schulen auf das Heft aufmerksam und 1993 erscheint „Das Schüler Hausaufgabenheft“ erstmals in ganz München. Weitere drei Jahre später liefert Stefan Klingberg mit seinem VW-Bus die Häffte in ganz Bayern aus. Im gleichen Jahr (1996) stößt der Zeichner Werner Härtl alias WEEH zum Team dazu und gibt dem Hausaufgabenheft den Namen, der fortan sein Markenzeichen werden sollte: Erstmals tritt das Schüler Hausaufgabenheft als HÄFFT auf.

Im Frühjahr 1999 bezieht der Häfft-Verlag seinen neuen Firmensitz in der Barer Straße in München. Im kreativen Klima der Uni-Gegend findet die Geburtsstunde von „Brot & Schwein“, den skurrilen Häfft-Figuren, statt. Ab diesem Zeitpunkt sorgen die chaotischen Titelhelden in jährlich wechselnden Episoden für gute Laune im Schulalltag.

Fast unbemerkt erlangen die Jungverleger Andy Reiter und Stefan Klingberg mit dem Häfft im Jahr 2000 erstmalig die Marktführerschaft als Deutschlands meistverkaufter Schülerkalender. Das Häfft erscheint nun auch in Österreich und der Schweiz. Natürlich hat der Erfolg nicht nur positive Seiten. Die Innovationen aus dem Häfft finden sich regelmäßig ein bis zwei Jahre später in den Produkten der Konkurrenz wieder – besonders gerne bei Banken oder Ministerien. War das Thema Schülerkalender früher unterpräsentiert, hat der Häfft-Erfolg zu einem regelrechten Boom in diesem Segment geführt, was das Wachstum des Häfft-Verlags gebremst, aber nie gestoppt hat. Auch die vorübergehenden Schwierigkeiten nach dem Ende der New Economy 2001 werden mit kreativer Anstrengung umschifft.

In den vergangenen Jahren hat der Häfft-Verlag sein Portfolio laufend erweitert: Mit dem Grundschul-Hausaufgabenheft gibt es seit 2001 einen Schülerkalender, der ganz auf die Bedürfnisse jüngerer Schüler zugeschnitten ist. Weitere Spezialmedien wie Sprachlernhilfen und Musikhefte folgen ab 2003. Der Chäff-Timer wendet sich an die erwachsende Zielgruppe und erleichtert seit 2006 eine übersichtliche Planung in Studium und Beruf. Alle Häfft-Produkte zeichnet dabei das gleiche Prinzip aus: zielgerichtete Funktionalität mit intelligenter Unterhaltung zu verbinden.

Der Häfft-Verlag und seine Produkte sind Ergebnis der häfftigen Erfolgsgeschichte zweier ehemaliger Schülerzeitungsmacher, die sich vorgenommen hatten, Farbe in den Schulalltag zu bringen. Hunderttausende von Schülern wissen die Kreativität und den Einsatz zu schätzen und inspirieren mit ihren Beiträgen die Macher und ihr Team jedes Jahr aufs Neue.